logo pg Hl Benedikt

Es ist eine lange Tradition in Holzkirchhausen, dass Ministrantinnen und Ministranten am Sonntag vor oder nach dem "Josefstag" ( 19. März) mit einem geschmückten Baum von Haus zu Haus ziehen und Lieder singen. 1960 schrieb Herr Lehrer Schreiber folgendes dazu:

Der Frühjahrsbeginn wird hier in Holzkirchhausen seit undenklichen Zeiten durch das Herumtragen des Summerisbaumes angezeigt. Und zwar beginnt hier der Frühling bereits am 19. März, am Josefstag, der durch den Summerisbaum zu einem Ministrantenfeiertag geworden ist. Einige Tage vor Josefi holen die Ministranten aus dem Gemeindewald eine kleine Kiefer, die sie im Hause des Oberministranten mit bunten Papierbändern schmücken. An dem Wipfeltrieb des Bäumchens werden eine papierne Sonne und eine Mondsichel gehängt.  Am Mittag des Josefstages, vor und nach der Andacht, tragen dann die Messdiener den Baum durch das Dorf. In jedem Haus wird ein Lied gesungen. Die Hausleute bedanken sich bei den Sängern mit einigen Eiern oder mit einer kleinen Geldspende. Im Chor verabschieden sich die Ministranten: „Wir danken Euch für diese Gaben, die Sie uns bescheret haben. Fix, fax, fobis, in meinem Korb da hob ich's!"In Häusern, aus denen jemand im vergangenen Jahr gestorben ist, wird nicht gesungen, sondern ein Vaterunser für die armen Seelen gebetet.

Wenn sich auch manches der heutigen Zeit etwas angepasst hat und nicht mehr ganz so ist, wie von Lehrer Schreiber formuliert, so ist diese Tradition bis heute erhalten und die Ministranntinnen und Ministranten sind noch mit der gleichen Freude dabei, wie schon die Generationen vor ihnen.

Text von Lehrer Schreiber: Museumsverein Holzkirchhausen, Reiner Volk

 

 

­